Spielbericht » Ultima Raka 2002

Spielbericht


Am 27. Spieltag stand für uns im Stadion der Freundschaft mal wieder ein enorm wichtiges Heimspiel an. Mit dem FC Hansa Rostock gastierte ein, bei der energetischen Anhängerschaft eher ungeliebter, alter Bekannter in der Lausitz. Die Ausgangslage beider Vereine vor diesem Spiel konnte ähnlicher nicht sein. Man steht mit dem Rücken zur Wand, steuert gradewegs auf den Abgrund zu… Wie auch immer man die prekäre Situation beider Vereine umschreibt, einfacher wird sie dadurch nicht. Positiv stimmte vor dem Spiel lediglich die Erinnerung an die Saison 07/08, als sich Cottbus und Hansa mit ähnlicher Ausgangslage gegenüber standen und Energie am Ende nach einem denkwürdigen Spiel die Basis für den Klassenerhalt legen sowie die Kogge in Richtung zweite Liga verabschieden konnte.

Bevor das Spiel jedoch beginnen konnte, warteten wir dieses Mal mit einer Sonderausgabe unseres Heimspiel-Flyers auf. Das farbenfrohe 16-seitige Heft, welches wir kostenlos unter die Energie-Fans brachten, war einerseits noch einmal als Dank für die großartige Spendenbereitschaft gedacht, die zum Gelingen der thematisierten 50-Jahre-Choreografie beitrug. Andererseits sollte es auch ganz bewusst ein Wir-Gefühl wecken. Ein Wir-Gefühl, auf das es in den nächsten Wochen ankommen wird – nur gemeinsam kommen wir aus diesem existenzbedrohenden Schlamassel hinaus!

Eines müssen wir uns nämlich aktuell eingestehen. Abgesehen von der vergleichbaren, sportlichen Misere  ist uns der Kontrahent von der Ostseeküste einen wesentlichen Vorteil voraus. Trotz Tristesse und dürftiger Leistungen der eigenen Truppe haben die Anhänger der Südschweden den Abstiegskampf zumindest auf den Rängen scheinbar angenommen. So pilgerten knapp 2000 Gäste ins Stadion der Freundschaft, gegen welche man an diesem Tag akustisch maximal bis zur 7. Spielminute mithalten konnte. Dann nämlich fiel das 1:0 für Hansa und in der Folge sowohl die Nordtribüne als auch die energetische Mannschaft in eine Schockstarre.

Zieht man die 2000 Gästefans von der Gesamt-Zuschauerzahl ab, bleiben gerade einmal 6.700 Zuschauer übrig, die unserem geliebten Verein beim Kampf um den Profi-Fußball beistehen. Was für eine magere Zahl. Leute, so geht das nicht! Vermutlich nicken jetzt viele beim Lesen dieser Zeilen…aber auch an Euch ist es jetzt, Freunde und Bekannte anzuhauen, sie an gemeinsam erlebte, glorreiche Zeiten zu erinnern und ihnen die Frage zu stellen, ob sie das denn wirklich nie mehr erleben möchten. Dann macht ihr sie darauf aufmerksam, dass für den Erhalt des Profi-Fußballs wirklich jeder Einzelne eminent wichtig ist. Wer dann noch ruhig bleibt und mit den Achseln zuckend auf der heimischen Couch sitzen bleibt, dem ist wohl das rot-weiße Herz ganz und gar abhanden gekommen.
Bei der Gelegenheit sei auch gerne darauf verwiesen, dass jedes einzelne der verbleibenden 12 Spiele von enormer Bedeutung ist – auf jeden einzelnen Punkt kommt es am Ende an. Und diese gilt es bekanntlich nicht nur im SdF sondern auch von fremden Plätzen zu holen. In der jetzigen Situation darf die Frage doch nicht lauten, ob wir den einen Bus vollbekommen. Vielmehr sollte es doch darum gehen, bei erhöhter Nachfrage gegebenenfalls einen weiteren zu organisieren. Also Leute, rafft Euch. Die Infos zu den nächsten Auswärtsspielen findet ihr hier!

Zurück zum Spiel. Auf dem Platz waren gezielte Aktionen nach vorne in der ersten Halbzeit Mangelware. Nach der Pause kontrollierte Energie zwar das Geschehen, auch eine kämpferische Steigerung im Vergleich zur Vorwoche war zu beobachten, aber zählbares sprang dabei nicht mehr heraus. Auch nicht als Hansa durch eine gelb-rote Karte die Schlussphase in Unterzahl beenden musste. Vermutlich hätte es auch noch einen Elfmeter nach Foul an Michel geben können, aber dies allein kann hier nicht als Ausrede gelten. So ein Spiel muss einfach gewonnen werden, sofern man weiterhin Ambitionen hat, Profifußball in Cottbus nicht nur im heimischen Fernsehapparat gucken zu können. Die gezeigte kämpferische Einstellung sollte dennoch als Basis aller noch folgenden Aufgaben dienen. Vielleicht hilft uns dabei ja auch jugendliche Unbekümmertheit? Vielleicht war die Einwechslung unseres U19-Kapitäns Felix Geisler ein erster Schritt in die richtige Richtung? Glückwunsch jedenfalls zum Profi-Debüt. Hau dich weiter rein!

Viel Zeit über unsere missliche Lage nachzudenken bleibt ohnehin nicht. Am Mittwoch steht das nächste Heimspiel an. Es geht gegen keinen Geringeren als Erzgebirge Aue, welches derzeit an zweiter Stelle der Drittligatabelle steht. So aussichtlos die Lage auch erscheint, gerade jetzt gilt es zusammen zu halten und hinter dem Verein zu stehen. Auf geht´s Cottbus. Abstiegskampf!

Sonderausgabe unseres Infoflyers

IMG_8731

IMG_8737

IMG_8771

IMG_8775

IMG_8800

IMG_8823

Nach Aalen in die Ostalb führte uns unser nächster Weg. Vor zwei Spielzeiten noch ein Zweitliga-Spiel, diesmal sollte es für beide Vereine um wichtige Punkte um den Klassenerhalt in Liga 3 gehen. Pünktlich am Stadion des VfR angekommen, hatte man genug Zeit sich im Block einzurichten. Bei Dauerregen gab es zum Auflaufen der Teams einige Schwenkfahnen und wenige Doppler im Block, der sich mit knapp 200 Energie-Fans gefüllt hatte. So gut das mit den recht wenigen Leuten ging wurde das Team bestmöglich unterstützt. Zur Pause musste jedoch resümiert werden, dass sich hier Not gegen Elend gegenüberstanden, die besseren Gelegenheiten aber bei den Hausherren lagen. Torlos ging es in die Kabinen.

Was in Halbzeit zwei folgte, spottet jeder Beschreibung. Aalen ging zunächst in Führung. Es folgte die einzige(!) eigene Chance im Spiel, aber Möhrle und Schorch verpassten knapp. Prompt folgte das 2:0 für die Hausherren. Einige Exil-Cottbuser feierten ihren Verein auf teils süffisante Art und Weise weiter, als wäre nichts geschehen. Wisst ihr eigentlich worum es hier geht? AUFWACHEN! Nachdem sich Schorch einen dummen Platzverweis abgeholt hatte und man das dritte Tor eingeschenkt bekam, hatte man genug gesehen. Die vom Trainer geforderten lautstarken Anweisungen der Führungsspieler? Nicht zu sehen! Eine verbesserte Offensive? Nicht vorhanden! Unbedingter Einsatz und Siegeswille? Fehlanzeige! Das Material wurde gepackt und vor Spielschluss der Block verlassen. Zeichen setzen! Ein Großteil des Blocks folgte uns, einige wenige diskutierten nach Spielschluss mit den Spielern am Zaun.

Erstmals seit längerer Zeit stellten wir die Mannschaft am Bus kritisch aber sachlich zur Rede. Es bleibt nur zu hoffen, dass unsere Worte etwas bewirken. Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass das kommende Spiel gegen Rostock weit mehr ist, als ein Duell gegen einen ungeliebten Gegner. Es geht inzwischen nicht mal „nur“ um den Klassenerhalt in Liga 3, sondern etwas weiter gedacht womöglich um die Existenz unseres Vereins! So schwer das auch aktuell fallen mag, raffe sich ein Jeder gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit auf und komme ins Stadion. Diesen Weg gehen WIR nur gemeinsam! Hoffentlich.

DSC04462

K1600_IMG_3227

2

K1600_IMG_3366

K1600_IMG_3560

IMG-20160220-WA0028

Dem aufmerksamen Leser mag es bereits aufgefallen sein, auf unserer eigentlich recht gut gepflegten Homepage ist seit Rückrundenstart noch kein Spielbericht erschienen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Nach dem ereignisreichen Jubiläumsspiel gegen Fortuna Köln waren wir nach kurzer Freude über die gelungene Choreo vor allem damit beschäftigt, die negativen Begleitumstände dieses Tages aufzuarbeiten und die richtigen Worte dafür zu finden. Dies mündete schlussendlich in der bekannten Stellungnahme.
Auch bei der im Stadion stellvertretend für die gesamte Fanszene verlesenen Stellungnahme vertraten zwei unserer Mitglieder die Gruppe Ultima Raka vor Spielbeginn auf dem Rasen. Damit lassen wir das Thema, zumindest an dieser Stelle, beruhen und widmen uns fortan wieder dem Ligaalltag, welcher sich derzeit mehr als schwierig gestaltet, besser gesagt besorgniserregend.

Das Spiel gegen „die Blauen“ aus Stuttgart war ein immens wichtiges. Zum einen hätten unsere Jungs mit einem Sieg einige Plätze in der Tabelle nach oben klettern können, zum anderen galt es auch den Tabellenletzten auf Abstand zu halten. Vor dem Betreten des Stadions hatten wir jedoch zunächst ein paar Schwierigkeiten Teile unseres Materials durch die Kontrollen zu bekommen. 90 Minuten vor Spielbeginn wurde uns mitgeteilt, dass heute keine Fahne ohne Fahnenpass mit in den Block genommen werden dürfe. Diese Entscheidung hatte der Verein auf Grund der Vorkommnisse beim Spiel gegen Fortuna Köln getroffen. Das stellt eigentlich auch kein Problem dar, nur hätte darüber natürlich deutlich früher informiert werden müssen, da das Vorzeigen der Fahnenpässe im Heimbereich bisher keine gängige Praxis war. Zum Glück konnte der Sachverhalt dann nach einiger Verzögerung über unseren Fanbeauftragten geklärt werden, sodass es zu Spielbeginn ein kleines Schwenkfahnenintro im Block I geben konnte.

Das Spiel gestaltete sich zunächst offen mit Chancen auf beiden Seiten. Als erster verstand es Richard Sukuta-Pasu eine dieser Gelegenheiten zur Führung zu nutzen. Schönes Ding! Jedoch währte die euphorische Stimmung im Stadion nur ganze drei Minuten, da die Gäste nach katastrophaler Abwehrleistung unsererseits einen Foulelfmeter verwandelten. So ging es mit einem Unentschieden (womit auch sonst? ) in die Halbzeitpause. Nach Wiederanpfiff war unsere Mannschaft auf einmal komplett von der Rolle und kassierte zu Recht den nächsten Gegentreffer. Bemühungen, das Ruder in der Folge nochmal herumzureißen waren rar gesät und wirkten meist wenig strukturiert. Dass die Stimmung davon nicht unbedingt profitierte, müssen wir an dieser Stelle eigentlich gar nicht erwähnen. Die in den letzten Wochen, Monaten und Jahren schon so oft durchlebten Gefühle kamen bei vielen wieder hoch: Wut, Verzweiflung, Enttäuschung aber vor allem Angst. Nach einer Niederlage gegen den Tabellenletzten ist diese wohl auch berechtigt. Am Rande sei noch erwähnt, dass sich natürlich auch ein paar Kickers-Anhänger im Gästeblock eingefunden hatten. Zu vernehmen waren diese, trotz zeitweiser Ruhe auf der Nordtribüne, nur selten.

Spätestens jetzt sollte auch der Letzte begriffen haben, worum es geht. Allen voran natürlich die Akteure auf dem Platz, aber auch die Zuschauer, welche am letzten Samstag in so geringer Zahl wie selten zuvor ins Stadion der Freundschaft pilgerten. Natürlich sind die Zeiten nicht die einfachsten, aber wer in Zukunft weiterhin Profifußball in Cottbus sehen will, sollte alles daran setzen, dass WIR da unten rauskommen! Die nächste Gelegenheit, dem Abstiegskampf mit Entschlossenheit, Leidenschaft und lautstarkem Support zu begegnen, bietet sich am kommenden Samstag in der Ostalb. Für das Auswärtsspiel in Aalen stehen in unserem Bus noch einige freie Plätze zur Verfügung. Wir zählen auf Euch!

Infoflyer zum Heimspiel

DSC_0168

IMG_0207

IMG_0391

Statt des obligatorischen Berichtes verweisen wir diesmal auf die Sonderausgabe unseres Infoflyers zum Heimspiel gegen Hansa Rostock, mit großem Rückspiel auf die 50-Jahre-Choreo.

Ein Dank für die Fotos geht raus an www.unveu.de!

16_01_31cottbusvskoeln13

16_01_31cottbusvskoeln14

16_01_31cottbusvskoeln15

16_01_31cottbusvskoeln16

16_01_31cottbusvskoeln17

16_01_31cottbusvskoeln18

16_01_31cottbusvskoeln19

16_01_31cottbusvskoeln20

16_01_31cottbusvskoeln21

16_01_31cottbusvskoeln22

16_01_31cottbusvskoeln23

16_01_31cottbusvskoeln24

16_01_31cottbusvskoeln25

16_01_31cottbusvskoeln39 16_01_31cottbusvskoeln41

Das letzte Heimspiel des Jahres stand an. Erstmals zu Gast im Stadion der Freundschaft war die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen. Bei bestem, fast frühlingshaft anmutendem Wetter mit zweistelligen Temperaturen fanden sich am Wochenende vor Weihnachten 6810 Zuschauer ein. Eine Zahl, die im Vergleich zur Resonanz zu anderen Spielen fast schon als positiv zu betrachten ist. Zum Auflaufen der Teams gab es neben unseren bekannten größeren Schwenkern, mal wieder einige kleinere rot-weiße Schwenker in Block I zu sehen. Im Gästeblock fanden sich etwa 40 Fans des SV Werder hinter einer „Amas Bremen“-Fahne ein. Nach einer Schweigeminute für Hajo Prinz konnte es losgehen.

Der Gegner aus der Weserstadt präsentierte sich wie bereits in den letzten Spielen in recht guter Verfassung. So einfach wie im Hinspiel als Werder souverän mit 2:0 bezwungen werden konnte, hatte man es nicht. Dennoch erarbeitete sich unser Team leichte Vorteile und ging nicht unverdient durch unseren Finnen Kauko mit 1:0 in Führung. Dumm nur, dass man diese wenige Augenblicke später durch ein sehr einfaches Gegentor wieder hergab. Anschließend plätscherte das Geschehen ein wenig vor sich hin. Das Gezeigte riss niemanden so richtig vom Hocker, die Stimmung passte sich dem an.

Die Hoffnung auf Besserung in Halbzeit 2 sollte leider auch enttäuscht werden. Die Gäste waren teils in unserem Stadion das aktivere Team. Die Zeit für den so wichtigen Siegtreffer lief so langsam davon. Der von der Nordtribüne geäußerten Forderung „Aufwachen“ kamen unsere Jungs in rot-weiß leider erst etwa 5 Minuten vor Spielende nach. In eben jener Schlussphase war auch endlich wieder Stimmung in der Bude, wollte man sein Team unbedingt zum Sieg schreien. Geholfen hat es leider nichts, am Ende stand das 7. Unentschieden unter Vasile Miriuta zu Buche. Warum Präsident Neubert anschließend die Vertragsverlängerung mit unserem Trainer so euphorisch präsentierte, als hätten wir die Klasse bereits gehalten, verstanden wohl nur die Wenigsten. Bei nur 4 Punkten Vorsprung und der bestätigten Erkenntnis, dass auch Heimspiele gegen vermeintlich kleine Gegner keine sichere Bank sind, steht uns allen wohl ein schwieriges Jahr 2016 bevor. Ganz und gar nicht zufrieden verließ man das Stadion.

Nochmals positiv erwähnt sei an dieser Stelle die Spendenbereitschaft der Energie-Fans. Sowohl vor dem Spiel auf dem Vorplatz als auch bei uns im Block wies ein Spruchband darauf hin, dass das Spendenkonto für die geplante 50-Jahre-Choreo ab sofort geschlossen ist. Auch wenn die kurzfristige Schließung für uns ein wenig überraschend kam, so sei an dieser Stelle auch der Jugendhilfe nochmals gedankt, die das Konto auf die Beine stellte. Das Thema Jubiläum schreitet mit großen Schritten voran und ist allgegenwärtig: Gurkes Fußballfibel und die Chronik vom Verein fanden einen guten Absatz und sind prädestiniert dazu über die Weihnachtstage einen Blick zurück auf die Vereins-Geschichte zu werfen. Die vom Verein herausgegebene Ehrennadel wird ebenso gut angenommen. Die Choreo ist zudem auf einem guten Weg, ein Großteil der Oberrang-Berechtigungen ist ebenso bereits an den Mann gebracht. Es tut sich also was, so muss das sein!

Mögen die Jungs auf dem Rasen dieser guten Entwicklung im Umfeld folgen. Mit einem positiven Ausgang des Auswärtsspiels in Chemnitz lässt sich mit breiter Brust ins Geburtstags-Spiel gehen. Wir hoffen ihr habt euch beide Termine bereits in eurem Kalender vermerkt. Bis dahin wünschen wir zunächst einige ruhige Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge es ein erfolgreiches werden, wir werden alles dafür geben!

Infoflyer zum Heimspiel

IMG_8422

P1080230

IMG_8486

IMG_8487

IMG_8557

IMG_8575

IMG_8651

Mitte Dezember und es war mal wieder soweit – nach unzähligen zurückgelegten Kilometern mit einigen Highlights (ganz klar welches uns da allen am längsten in Erinnerung bleiben wird), aber auch etlichen Entbehrungen stand die letzte Auswärtsfahrt des Jahres im Kalender. Zum letzten Tanz in fremden Gefilden bat der Hallesche Fußballclub. Hatten wir den Weg dorthin in der Vorsaison noch mit dem Zug auf uns genommen, bevorzugten wir dieses Mal den Bus. Eine stressfreie Anreise ohne kilometerlangen Fußmarsch durch den trostlosen Teil der Stadt war dafür ausschlaggebend. Letztendlich hat man es zwar nun doch geschafft, vor Ort einen Shuttle auf die Beine zu stellen. Mehr als 2 Busse kann man aber wohl immer noch nicht entbehren – wäre wohl ganz schön abenteuerlich geworden, hätten wir uns dem Rest der Zugfahrer angeschlossen…

So aber erreichten wir die Spielstätte reibungslos und vor allem beizeiten, hatten wir doch noch vor Beginn der Partie ein wichtiges Anliegen. 9 Tage zuvor stockte wohl vielen von uns der Atem als bekannt wurde, dass mit Hajo Prinz eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unseres geliebten Vereins das Zeitliche segnete und somit auch das bevorstehende 50. Vereins-Jubiläum nicht mehr miterleben wird. Nur einen Tag später führte uns der Weg bereits zum Auswärtsspiel nach Mainz, sodass wir es am Vorwochenende bei einer Schweigeminute sowie Sprechchören beließen, mit denen wir unserer Legende zumindest deutlich hörbar den erkämpften Auswärtssieg widmen konnten. Von vornherein war jedoch klar, dass die eigentliche Würdigung noch folgen sollte. So organisierten wir eine kleine, aber feine Aktion, die eines Mannes gebührt, der unseren FCE ein Leben lang in seinem Herzen trug und damit eine Eigenschaft verkörperte, wie sie heutzutage im gesamten Fußball-Geschäft viel zu selten anzutreffen ist. So ließen wir hunderte Konterfeis unseres Hajo anfertigen und brachten diese an nahezu jeden der insgesamt 709 Gäste-Fans, die sich heute in Halle einfanden. Jeder sollte auf diese Art persönlich Abschied nehmen können, doch sich auf ewig an unser Idol zurückerinnern. „Das Jahr bald zu Ende – doch nie das Gedenken an eine Legende!“ Passend dazu erschallten die bekannten „Hajo, Hajo“-Sprechhöre aus dem Block… Ruhe in Frieden, Hajo Prinz!

Anschließend rollte das Leder, in der ersten Halbzeit jedoch aus unserer Sicht eher schlecht als Recht. Der HFC ging somit hochverdient in Führung, während unsere Rot-Weißen mit nur einem Gegentor in den ersten 45 Minuten gut bedient waren und wohl jeder den Pausenpfiff herbeisehnte. Der Glaube an etwas Zählbares äußerte sich zu diesem Zeitpunkt allenfalls in den Gedanken, dass wir unsere Jungs mit ihrer ausgeprägten Fähigkeit, zwei gänzlich unterschiedliche Halbzeiten anzubieten, mittlerweile ganz gut kennen. Auch das oft zitierte Sprichwort „Wer die Tore vorne nicht macht, kriegt sie hinten eingeschenkt“, wusste manch einer in der Pause zu unseren Gunsten auszulegen.

Und tatsächlich kamen unsere Rot-Weißen wie ausgewechselt aus der Kabine – mehr oder weniger im doppelten Sinne des Wortes – hatte doch auch Vasile dank zweier Wechsel kurz vor sowie kurz nach der Pause wohl erheblichen Anteil daran. Auf einmal waren wir es, die den Hallensern ordentlich zusetzten und tatsächlich kurz nach Wiederanpfiff den Ausgleich erzwangen sowie den Gästeblock in bestens bekannter Manier zum Ausflippen brachten. Das Remis schien nicht genug, drängten wir fortan sogar auf das Führungstor – leider vergebens. Der Stimmung war dies dennoch zuträglich – in der Rückrunde heißt es dennoch eine Schippe draufzulegen… Da wir uns kurz vor dem Ende dann wiederum beim abermals im gesamten Spiel klasse parierenden Rene Renno bedanken konnten, stand am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden. Mit den zuvor eingefahrenen 2 Siegen im Rücken, können wir damit dann auch mal gut leben.

Wichtig ist es nun dennoch, uns mit einem weiteren Heimsieg gegen die Reserve Werder Bremens aus dem Jahr zu verabschieden. Packen wir es gemeinsam an und helfen wir dem Team lautstark dabei, uns mit dem größten Geschenk zu bescheren, welches sich ein FCE-Fan an diesem Tag wünschen kann. Auf geht´s Cottbus kämpfen und siegen!

IMG_0958

IMG_0949

IMG_0969n

IMG_1001

IMG_1141

„Dem Morgengrauen entgegen, so ziehen wir gegen den Wind…..“ wird es immer wieder gerne von uns besungen, dieses Mal sollte das Ziel dieser Reise der Mainzer Bruchweg sein.  Bruchweg und Energie, das war in der Vergangenheit eigentlich immer eine wenig Freude spendende Verbindung, sei es das goldene Tor eines gewissen Jürgen Klopp, die Leistung des (un)parteiischen Uwe K., ein uns im Alleingang abschießender Mohammed Zidane, oder die triste Nullnummer vor einer gefühlten Geisterkulisse in der letzten Saison, ein Sieg war uns dort bisher noch nie vergönnt. Nichts desto trotz machte man sich, vor allem durch den ordentlich Selbstvertrauen spendenden Sieg aus der Vorwoche, recht zuversichtlich auf den Weg in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt.

Äußerst positiv fiel an diesem Tag auf, dass man sowohl vor als auch nach dem Spiel quasi keinerlei Polizei zu Gesicht bekam und siehe da, es kam zu keinerlei Brandschatzungen oder Plünderungen durch die Gäste-Meute und man munkelt, Mainz soll sogar noch stehen. Warum kann das nicht bei Spielen dieser Sorte, die ja nun mal so gar kein Konfliktpotential bieten, immer so sein? Der einheimische Ordnungsdienst bot einem jedoch wieder genau das, was man leider viel zu oft pro Saison erleben muss, absolut penible Einlasskontrollen – hier stellt sich dann auch absolut die Sinnfrage bei gerade einmal ein paar hundert Gästen.

Der Gästeblock füllte sich dann bis zum Anpfiff, entgegen aller Befürchtungen, mit knapp 250 Unentwegten doch recht ordentlich, wobei darunter natürlich auch ein entsprechend großer Teil Exil-Energetiker war. Mittels Zaunfahnen zwischen den Wellenbrechern teilte man den „oberen“ vom „unteren“ Bereich des Blocks ab, dazu noch drei große Schwenkfahnen im Schlepptau – so gab man trotz der Breite des Blocks ein recht kompaktes und ansprechendes Bild ab. Der ein oder andere fühlte sich ob der Lage des Blockes gar an alte I-Block Zeiten erinnert. Im restlichen Stadion herrschte wie auch schon im Vorjahr ansonsten gähnende Leere, eine wie auch immer geartete Unterstützung der zweiten Mannschaft gibt es auf Mainzer Seite nicht und dem Vernehmen nach soll auch selbst auf der Haupttribüne der ein oder andere an Energie hängende Kumpel gesessen haben.

Für uns begann das Spiel aber erst einmal mit einer Schweigeminute samt sich daran anschließenden „Hajo Prinz!“ – Sprechchören zum Gedenken an den am Vortag viel zu früh verstorbenen Hans-Joachim „Hajo“ Prinz. Mit ihm verließ uns eine der unseren Verein gerade in den Anfangsjahren seines Bestehens prägendsten Persönlichkeiten, auch wenn er den allermeisten nur noch in seiner Funktion als der ewige Mannschaftsleiter bekannt sein wird. Manch einer wird ihn sicher noch vor seinem geistigen Auge sehen, wie er schwer beladen aus dem Marathontor kommend, den standesgemäß aufkommenden „Hajo! Hajo!“ Rufen mit einem Lächeln und einer geballten Faust entgegnet.  Mach´s gut Hajo.

Auf dem Rasen legten unsere Mannen wie besessen los, man ließ Mainz in keiner Weise zur Entfaltung kommen, schnürte die Hausherren regelrecht in deren eigener Hälfte ein und ging folgerichtig durch Fabio Kaufmann recht früh in Führung.  Im weiteren Spielverlauf erspielte man sich zwar keine hochkarätigen Chancen mehr, spielte das ganze aber absolut diszipliniert und konzentriert runter. Wobei man hier aber ausdrücklich den zum wiederholten Male glänzend haltenden „alten Mann“ im Tor hervorheben sollte. Weine sollen ja bekanntlich je älter sie werden auch immer besser werden, allen Anschein nach verhält es sich bei Renno genauso.

Im Block präsentierte man sich dem Spielverlauf angepasst, nach äußerst ausgelassenem Torjubel flachte das ganze doch wieder spürbar ab. Aber gerade die zweite Halbzeit sang man sich vor allem mit dem eingangs genannten Lied in einen regelrechten Rausch. Ist doch immer wieder schön zu sehen wozu man auch mit einer überschaubaren Gästezahl in der Lage ist und so konnte man beim Ertönen das Schlusspfiffs in durchweg glückliche Gesichter schauen, sowohl auf den Rängen als auch auf dem Rasen. So wird sich jeder, der sich auf den Weg nach Mainz gemacht hat, sagen können alles richtig gemacht zu haben.

Durch den Sieg hat man nun, neben einem Sprung in der Tabelle auch ein Polster von 5 Punkten zwischen sich und dem ersten Abstiegsplatz gebracht. So kann man nun einmal kräftig durchatmen, jedoch sollte jedem der diese Liga kennt klar sein, dass von Entwarnung noch lange nicht zu reden sein kann. Umso wichtiger ist es am kommenden Sonntag von der Saale etwas Zählbares mitzunehmen. Halle, ein ähnlich schlechtes Pflaster für uns wie Mainz, gegen einen ähnlich positiven Ausgang hätte freilich niemand etwas. Also, alle auf nach Halle!

004

007

009

015

020

022

024

026

« Vorherige SeiteNächste Seite »