Spielbericht » Ultima Raka 2002

Spielbericht


Täglich grüßt das Murmeltier

Warum kommt einem diese Überschrift nur so bekannt vor? Jedes Mal das gleiche Dilemma…Verspürt man hierzulande auch nur den winzigen Hauch eines Aufwindes, bläst einem nur kurze Zeit später mit hoher Wahrscheinlichkeit der Gegenwind in Form eines schlechten Spiels unangenehm ins Gesicht.

Dabei hatte man sich noch recht hoffnungsfroh auf den Weg gen Wedaustadion gemacht, schließlich sahen unsere Rot-Weißen (sieht man mal vom Pokalspiel ab) in Duisburg zuletzt oft recht gut aus. Lass unsere Jungs heute erneut siegen und man schwebt womöglich auf einer Welle der Euphorie. Träumen wird ja noch erlaubt sein. Stattdessen gab es ein böses Erwachen – wieder einmal Magerkost. Aus dem Spiel heraus ergaben sich kaum nennenswerte Gelegenheiten und zu allem Überfluss ließ man sich dann auch noch von den ebenso limitierten Zebras ein Gegentor einschenken. Da machte sich Ernüchterung breit, sodass manch einer schon in der Halbzeitpause am liebsten die Sachen gepackt hätte.

Doch nach der Devise „Niemals aufgeben – kämpfen und siegen“ harrte man doch aus und bemühte sich auch in Hälfte 2 das Team möglichst gut zu unterstützen. Stimmungstechnisch konnten wir heute jedoch nicht an die letzten beiden Gastauftritte anknüpfen. Auch der Zebra-Anhang war schon einmal lauter zu erleben. Stimmung auf dem Siedepunkt war bei dem bescheidenen Gekicke jedoch ohnehin nicht zu erwarten. Während es dem MSV durchaus recht sein konnte, dass das Spiel fortan mehr oder weniger gefahrlos vor sich hin plätscherte, entlud sich der Ärger im Gästeblock in manchem Fluch. Dieser wurde umso lauter, als 10 Minuten vor Schluss auch noch ein Elfer für das Heimteam verursacht wurde, welcher eiskalt verwandelt wurde. Nun war die Luft ganz raus. Wie aus dem Nichts war kurz vor Ultimo dann zwar noch Rivic mit dem Anschlusstreffer zur Stelle, dass dieser jedoch zu spät kommen würde konnte man bereits erahnen. Nachdem in der letzten Minute dann noch 2 aussichtsreiche Freistöße kläglich vergeben wurden, wurde dies dann auch bittere Wahrheit.

Noch bitterer erwischte es wohl nur noch einen unserer Mitstreiter, welcher dank Zugpanne den Weg in den Ruhrpott umsonst antrat. Anschlagen und zurück – mit dem Bus, der 1 Stunde nach Spielschluss bereits abfahrtbereit auf unseren verlorenen Sohn wartete. ICE raus – Frühling rein!

Kurz vor Ostern möchte das ja dann auch sein. Hoffen wir drauf, dass auch unsere rot-weißen Ballkünstler dafür sorgen werden, dass uns wieder wärmer ums Herz wird. Immer vorwärts Energie!

Sowas hat man lange nicht gesehn

Was für ein geiles Spiel! So etwas hat man im Stadion lange nicht mehr erlebt. Eine Mannschaft voller Einsatz, unbändigem Siegeswillen, Entschlossenheit und Leidenschaft. Aber weil es so schön war, fangen wir am besten von vorne an.

Das von den Medien oft als kleines „Berlin-Brandenburg-Derby“ hochgepuschte Spiel gegen den 1.FC Union stand auf dem Plan und die sportlichen Vorzeichen versprachen eine spannende Partie. Der Gewinner darf nochmal Richtung Relegationsplatz schielen, für den Verlierer hat sich dieses Thema wohl erledigt. Folglich stand eine Niederlage nicht zur Debatte.
Um unseren Teil dazu beizutragen, bereiteten wir eine Choreographie vor. Zwei rote Folienbahnen grenzten eine gelbe Fläche aus Pappen ab, auf der das Logo der BSG thronte. Im Vordergrund stand eine Influenzmaschine, welche einen Blitz erzeugte. Abgerundet wurde das Ganze von einem Spruchband mit der Aufschrift: „Und wenn der Funke überspringt – Ihr jedes Spiel für uns gewinnt“. Dieses konnte ruhig wörtlich genommen werden, einen schlechten Support durften wir uns heute nicht leisten, wollten wir unsere Jungs beflügeln.

Dies schien auch allen bewusst zu sein. So war die Stimmung zu Beginn erstaunlich gut. Die Beteiligung war diesmal überdurchschnittlich und die Gesänge wurden auch recht laut und leidenschaftlich Richtung Spielfeld geschleudert. Da ließ sich die Mannschaft nicht lange bitten und versenkte den Ball zum 1:0 im Gäste-Kasten. Daniel Adlung vollendete mit einem schönen Linksschuss und ließ auf den Rängen überschwänglichen Jubel ausbrechen. So muss es sein. Die Gesänge wurden nun natürlich noch lauter. Einige Lieder konnten sogar über einen längeren Zeitraum gehalten werden, was in dieser Form in dieser Saison nur selten zu  erleben war. Es war fast zu schön um wahr zu sein, doch auf einmal ertönte ein Pfiff des Schiedsrichters. Nach einem katastrophalen Abschlag von Kirschbaum in die Beine des Gegners gelangte der Ball in den Strafraum. Bittroff stellte sich einmal mehr ungeschickt an und zog die Notbremse. Schockzustand im Cottbuser Fanblock. Da zückt der Typ doch glatt die rote Karte. Keiner wollte es wahr haben. Unter einem tosenden Pfeifkonzert schritt Mattuschka zum Elfmeterpunkt und verwandelte. Wut und Entsetzen sah man in den Gesichtern der rot-weißen Anhängerschar. Wut, die sich weniger gegen Mattuschka, als gegen den Schiedsrichter und die eigene Dussligkeit richtete. Die ganze Zeit war man spielbestimmend und nun gab man alles auf eine so unnötige Art und Weise aus der Hand. Manch einer begann bereits zu resignieren. Zu oft war man nach solchen Wendepunkten eingebrochen. Zunächst jedoch ging es mit einem 1:1 in die Pause.

Zum Wiederanpfiff präsentierten wir ein Spruchband, welches wir den Berliner Fans widmeten. „Eisern bleiben – WS, KH, TSK“ – lautete die Aufschrift, welche sich nach den Vorkommnissen beim Berliner Gastauftritt in Köln und deren Folgen sicher selbst erklärt. Lasst euch nicht unterkriegen!
Der Anfang der zweiten Hälfte erfüllte die befürchteten Erwartungen. Die bis dato gute Stimmung war im Keller und die Eisernen aus Berlin machten nun Druck. Alles sah nach einer Niederlage aus. Doch nach einigen Minuten entwickelte sich eine Art „Jetzt erst recht!“-Mentalität in den Cottbuser Reihen. Wenn wir von den Jungs auf dem Platz erwarten, dass sie sich nicht aufgeben, dann dürfen wir es auch nicht tun. Und so gab man was man konnte und wurde für die Mühen belohnt. Sanogo staubte einen Lattenschuss von Kruska ab und erzielte das 2:1. In diesem Moment brach die völlige Ekstase aus. Ein Augenblick voller überschäumender Emotionen. Unglaublich. In Unterzahl zurückgekommen. Doch noch war das Spiel nicht vorbei. Der I-Block zeigte seine, meiner Meinung nach, beste Saisonleistung und holte alles aus sich raus. Sämtlicher Frust der letzten Wochen wurde nur so herausgeschrien. Und schließlich war es so weit. Der lang ersehnte Abpfiff ertönte. Man lag sich in den Armen, der Jubel kannte keine Grenzen. Mannschaft und Fans bildeten ein Kollektiv, puschten sich immer wieder gegenseitig, und holten alles aus dem anderen raus. Kein Team aus 11 Mann, nein ein Team aus Spielern und Fans. Diesen Einsatz wünscht man sich zu jedem Spiel, wobei ich auf die Dramatik ab und an auch gerne verzichten würde.

Natürlich sollen an dieser Stelle auch ein paar Worte zum Gästeanhang aus Berlin verloren werden. Dieser reiste gewohnt in großer Schar an, nahm neben dem Gästebereich auch den U3 für sich in Anspruch und brachte auch einen recht guten Support. Gut, aber nicht sehr gut – man war schon bessere Auftritte gewohnt.

Völlig zufrieden und auch etwas erschöpft verließ man nach der Feierei mit der Mannschaft den Block. Die Chance auf Platz 3 ist gewahrt. Der nächste Schritt in diese Richtung erwartet uns am Freitag in Duisburg. Also auf geht’s in die Ferne, um unsere glorreiche BSG zum Sieg zu brüllen. Wir sehen uns im Gästeblock.


Ein Spiel zum Vergessen

Noch ohne Sieg im neuen Jahr und nun schon seit vier Spielen ohne eigenen Torerfolg – da möchte man doch meinen, dass der Tabellenletzte aus Regensburg ein willkommener Aufbaugegner ist. Leider falsch gedacht.

Die wenigen Zuschauer sahen in der ersten Hälfte ein Spiel unter dem Motto verkehrte Welt. Unsere rot-weißen Fußballer präsentierten sich mit einer völlig desolaten Leistung. Einen der vielen Fehler nutzten die Gäste schließlich  aus, um den Ball ins Tor zu stochern.
In der zweiten Hälfte wurde das Ganze etwas besser und man nahm das Zepter in die Hand. Folgerichtig fiel dann auch der Ausgleich, welcher nach einer Adlung-Flanke von Michael Schulze erzielt wurde. Dass ein Abwehrspieler das erste Tor im Jahr 2013 schießt, steht hierbei wohl sinnbildlich für die momentane Offensivschwäche. Zum Ende der Partie hin vergab man noch einige Großchancen, hätte sich letztendlich jedoch nicht einmal beschweren dürfen,wenn man noch das 1:2 kassiert hätte. Schwein gehabt. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug gewesen, durfte sich Börner dann auch noch nach dummem Foul die Rote Karte abholen. Danke für den Abpfiff!

Allerdings muss man sich auch erneut an die eigene Nase fassen, war doch die Stimmung im Stadion der Freundschaft weitgehend unterirdisch. Gerade im I-Block geht trotz eines immer größer werdenden Pulks um uns herum immer weniger. Wahrlich ein Spiel zum Vergessen.
Um noch ein paar Worte zu den Gästefans zu verlieren, so muss man sagen, dass diese optisch mit vielen Fahnen positiv auffielen. Auch ein paar Gesänge kamen im Heimbereich an, was aber an der eigenen, miserablen Stimmung lag.

Trotz dessen sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken. Bereits am Freitag wartet mit dem SC Paderborn die nächste Chance auf den ersten Sieg im Jahr 2013 auf uns. Daher lasst uns diese Chance gemeinsam ergreifen und uns auf den Weg machen, die glorreiche BSG zum Sieg zu brüllen. Wir sehen uns im Gästeblock!

Erneute Enttäuschung

Am frühen Sonntagmorgen setzte sich unser Gefährt gen Frankfurt am Main in Bewegung. Da die Fahrt erneut ohne Komplikationen verlief, erreichten wir den Parkplatz vor der Eissporthalle bereits 2,5 Stunden vor Spielbeginn. Lediglich 2 Streifenwagen nahmen dort unsere Ankunft wahr, alles ganz entspannt, so soll es sein! Nachdem noch eine Weile verweilt wurde, begab man sich beizeiten auf den Fußmarsch gen Stadion. Vor Ort nicht Neues – günstige Eintrittspreise, teure Gastronomie, sympathisches Stadion.

Zum Auflaufen der beiden Teams gestalteten wir heute eine Chaos-Choreo bestehend aus Schnipseln (keinen Konfetti, denn die wären verboten!), Kassenrollen, einigen roten und weißen Luftballons sowie wenigen Schwenkfahnen. Hinzu sollte sich unerwarteter Weise noch ein wenig Rauch gesellen. Alles in allem ergab dies ein schönes Bild, wäre allerdings noch gelungener gewesen, wenn Blockfahnen im Gästebereich des Bornheimer Hangs nicht generell verboten wären…

Der Gästeblock war indes am heutigen Tage enttäuschenderweise sehr spärlich besucht. Für die geringe Anzahl Cottbuser Jungs wurde jedoch endlich mal wieder ein recht ordentlicher Support an den Tag gelegt. Angetrieben davon erspielten sich unsere Rot-Weißen einige hochkarätige Chancen – nutzt nur nichts, wenn man nicht in der Lage ist, diese auch zu nutzen. So kam es wieder einmal so, wie es in solchen Fällen des Öfteren kommt: bei aller spielerischer Überlegenheit unsererseits gelangt der FSV doch mal gefährlich vor unser Tor und nutzt dann gleich mal seine erste ernsthafte Chance kurz vor der Pause. Ganz bittere Pille!

Kurz zuvor sahen wir uns indes weitaus schwerwiegenderen Unannehmlichkeiten ausgesetzt, vermutete man doch den Rauchleger während des Intros in einem unserer Gruppe. An dieser Stelle sei einmal das Verhalten  unseres Fanbeauftragten und des Sicherheitschefs positiv zu erwähnen, welche die Situation richtig einzuschätzen wussten. So konnten diese das Eindringen der Polizei in den Gästeblock unterbinden, baten denjenigen stattdessen selbst aus dem Block und verhinderten somit weitaus stärkere Unruhe. Ein nachfolgender Hinweis, sich die Videoaufnahmen doch noch einmal genauer anzusehen, mündete schließlich in der folgerichtigen Entschuldigung bei dem irrtümlich Verdächtigten. Starkes Kopfschütteln löste zuvor jedoch der Hinweis eines Ordnungshüters aus, man solle sich beruhigen, es wäre schließlich nichts passiert. Mal vom Rattenschwanz abgesehen, den selbst eine falsche Verdächtigung heutzutage nach sich ziehen kann, ist man doch schließlich stundenlang unterwegs, um das Fußballspiel unserer Elf zu sehen. Aus Besorgnis um unseren Freund blieb dies jedoch nicht nur ihm, sondern unserer gesamten Gruppe 20 Minuten lang verwehrt…

Dass die Partie auch in Hälfte 2 alles andere als Spaß bereitete, steht auf einem anderen Blatt. So präsentierten sich unsere Jungs zwar weiterhin spielbestimmend, jedoch noch weniger durchschlagskräftig als in Hälfte 1. Daran änderte sich schließlich auch trotz 20 minütiger Überzahl am Ende des Spiels nichts, sodass sich der Bornheimer Anhang siegesgewiss dann doch einmal etwas lautstärker Gehör verschaffen konnte. Uns blieb erneut nichts anderes übrig, als frustriert die Heimreise anzutreten.

Nun gilt es am Sonntag im Stadion der Freundschaft das nachzuholen, was uns hier im vorangegangenen Heimspiel nicht gelungen war – den Bock umzustoßen. In dieser sportlich schwierigen Zeit ist Unterstützung nötiger denn je! Kopf hoch und Brust raus, FCE!

Mühsam ernährt sich der rote Adler

Heute durfte nun auch das Stadion der Freundschaft aus dem Winterschlaf erwachen. Mit dem 1. FC Köln gab sich gleich einmal ein starker Gegner ein Stelldichein, welcher zuletzt ordentlich Fahrt aufnahm – blieb man doch in den vorangegangenen 8 Ligaspielen unbesiegt. Leider fanden trotz attraktivem Gegner und eigener aussichtsreicher Tabellensituation lediglich ca. 8500 Cottbuser den Weg in unsere Heimspiel-Stätte – erneut enttäuschend!

Um den Relegationsplatz nicht außer Reichweite kommen zu lassen, sollte heute unbedingt ein Sieg her. Den festen Glauben daran spiegelte unsere Choreo wider, die wir mit dem Einlaufen der Mannschaften präsentierten. Über dem Spruchband „Der rote Adler steigt empor und nimmt sich heut´ den Geißbock vor“ stellten wir eben jenen Adler dar, welcher das um Gnade winselnde Kölner Maskottchen scharf ins Visier nahm.  Umrahmt wurde die ganze Aktion von 2 großen Blockfahnen, welche links und rechts im Block das Brandenburger Wappentier zeigten sowie von zahlreichen kleinen Schwenkfahnen mit gleichem Inhalt. Passend dazu erklang im Stadion die Brandenburg-Hymne – eine rundum gelungene Aktion.
Zu gleicher Zeit machte der Gästeblock mit einer bunten Pyro-Show auf sich aufmerksam, dazu die Sprüche „Cottbus ist bunt“ und „Alles andere ist Fasching“. Interpretieren wir diese Aussage einmal auf unsere Weise, so stellen wir fest: So sieht´s aus! Gute Aktion.

Dann rollte der Ball und unsere Jungs waren wieder einmal das aktivere Team, dennoch fehlten erneut die zwingenden Chancen. Während die Gästefans ein ums andere Mal akkustisch zu vernehmen waren, sahen wir uns auf Heimseite einer neuen Situation ausgesetzt – einem Heimspiel ohne Capo. Klar, dass dies einige Anlaufzeit benötigt, viel schlechter als in den vorhergehenden Heimspielen wurde es dennoch nicht, ging aber auch kaum. Dass auf den Rängen aber nach wie vor ordentlich die Post abgehen kann, zeigte sich Mitte der 2. Hälfte, als unsere Rot-Weißen während einer Drangphase mal ordentlich auf die Tube drückten – sehr schön! Schade nur, dass der Torerfolg erneut ausblieb. So durften wir es am Ende einem klasse Reflex von Kirschbaum verdanken, welcher die beste Chance des Spiels vereitelte, dass zumindest das torlose Remis gerettet werden konnte.

Immer noch kein Tor – immer noch kein Sieg im Jahr 2013. Wollen wir unsere Jungs endlich siegen sehen, so müssen wir wohl auf Reisen gehen. Drum alle Mann auf zum Bornheimer Hang! Immer vorwärts Energie!

 

Nullnummer zum Jahresauftakt

Endlich ging es wieder los. 50 Tage ohne Pflichtspiel reichten dann auch. So führten diesmal viele Wege nach Hamburg. Einige ließen es sich nicht nehmen, das gesamte Wochenende in der Hansestadt zu verbringen, andere nahmen die Tour bereits am Vorabend des Spiels in Angriff und erreichten das Millerntor-Stadion somit bereits beizeiten. Nachdem dann auch diejenigen eingetroffen waren, welche die normale morgendliche Zugverbindung ab CB wählten, ging es ins Stadion.

Der Gästeblock füllte sich hier wie gewohnt recht ordentlich. Auf sämtliches Material musste jedoch erneut verzichtet werden – eine sehr fragwürdige Maßnahme. Zwar ist die Regelung sämtliches Material solange ohne Einschränkung zu erlauben, bis es zu einem Verstoß kommt, vom Grunde auf zunächst sinnvoll. Einen solchen Verstoß, wie auch immer dieser geartet sein mag, jedoch pauschal mit 5-jährigem komplettem Materialverbot zu ahnden, entbehrt unserer Meinung nach jeder Verhältnismäßigkeit. Mit ein wenig Geschick gelang es uns heute dennoch, den Zaun zumindest provisorisch zu beflaggen. Auf der uns gegenüberliegenden Südtribüne konnte indes eine Choreo in Augenschein genommen werden, welche bis auf ein paar zu wenige Pappen doch ganz gut zu gefallen wusste. Auch akkustisch war der Auftritt der Heimseite ganz ordentlich, insbesondere als die neu eingeweihte Gegengerade mit einstimmte, erlebte man eine authentische Stimmung, wie man sie heutzutage nicht mehr allzu oft vorfindet. Über unseren Auftritt hüllen wir indes lieber den Mantel des Schweigens – im wahrsten Sinne des Wortes.

Vieler Worte bedarf auch das Spiel des heutigen Tages nicht. Bis auf wenige Chancen auf beiden Seiten passierte nicht viel. Gegen das schwache Heimteam wäre da heute mehr für unsere Rot-Weißen drin gewesen. Ärgerlich jedoch, dass uns 10 Minuten vor Schluss zu Unrecht ein fälliger Elfmeter nach Foul an Mosquera verwehrt wurde. Fehlentscheidungen gehören bekanntlich zum Fußball dazu – 3 Euro ins Phrasenschwein. Da uns diese jedoch in letzter Zeit allzu häufig begegnen und auch die Gegner dieser Weisheit unterliegen sollten, warten wir nun gebannt auf die ausgleichende Gerechtigkeit. Von dieser Fehlentscheidung abgesehen ging das torlose Remis jedoch durchaus in Ordnung.

So machten wir uns auf den Heimweg. Auf dem Hauptbahnhof durfte man dann nochmal den Kopf schütteln, wurde einem doch der Aufstieg zur gegenüberliegenden Verpflegungsmeile untersagt, mit dem Hinweis doch außen herum laufen zu können. Schließlich wurde der direkte Treppenaufstieg dann doch einzelnen Vertretern genehmigt, welche  oben angekommen dann einer Vielzahl rot-weißer Fans begegneten… Ahja!
Die Rückfahrt verlief dann recht reibungslos. Eine Zugverbindung von Hamburg nach Cottbus, die neuerdings nur noch einen Umstieg erforderlich macht, ist doch ganz angenehm. Lediglich auf die Tatsache, dass nach einem Fußballspiel ein paar Menschen mehr zu befördern sind, hätte man sich im Vorfeld etwas besser vorbereiten können. Dies hatte auf der Zugtour nach Regensburg noch besser funktioniert. Sei es drum. Gegen kurz nach 22 Uhr erreichte unser Gefährt schließlich die schönste Stadt der Welt.

Nun freuen wir uns auf das erste Heimspiel des Jahres 2013. Einen Sieg beim 1. FC Köln durften wir ja bereits im Sommer letzten Jahres bejubeln. Damit uns ein solcher Triumpf nun auch zu Hause gelingt, ist erneut unser aller Unterstützung gefragt. Ölt also alle schon mal eure Stimmen. Anders als bei St. Pauli darf dann auch Material wieder mit rein – es lebe das Fandasein! Immer vorwärts Energie! Wir seh´n uns im Block I!

Ernüchternder Jahresabschluss

Kurz vor Jahresende sah der Spielplan unseren Auswärtsauftritt in Aue vor. Nicht wenige erwarteten eine Spielabsage, ist doch dieses Fleckchen Erde geradezu prädestiniert dafür, sich spätestens ab Dezember in weißer Pracht zu zeigen. Umso schöner, dass es uns dann doch vergönnt war, noch einmal auf Punktejagd zu gehen. Der Rasen präsentierte sich in sattem Grün, Kompliment dafür an den Gastgeber. Dieser hatte jedoch auch allen Grund für die Bemühungen, wollte man doch den eigenen Aufwärtstrend vor der Winterpause noch in einen weiteren Sieg ummünzen.

Nichts desto trotz machte man sich mit großer Hoffnung auf ins Erzgebirge. Ab Cottbus sollten sich heute 3 Busse in Bewegung setzen. Und kaum war man losgefahren, war man auch schon vor Ort. Nach Betreten der Spielstätte erkannten dann sicherlich viele, dass es wahrlich Schlimmeres gibt, als im schneeumringten Erzgebirgsstadion den Jahresabschluss zu bestreiten. Leider waren die Ränge dennoch nur spärlich besetzt. Zunächst wurde auf beiden Seiten erneut die obligatorischen 12:12 Minuten geschwiegen. Anschließend bemühte man sich im Gästeblock darum, unsere Rot-Weißen zu unterstützen, während auf Heimseite das Schweigen mittels einer Choreo beendet wurde. Mit Wunderkerzen und einigen wenigen Bengalos untermalt, ergab diese ein schönes Bild.

Unschön hingegen war das, was sich auf dem Rasen abspielen sollte. Da trafen heute 2 harmlose Mannschaften aufeinander. Unsere Rot-Weißen sollten zwar zunächst das Geschehen kontrollieren, ohne jedoch selbst gefährlich werden zu können. So bestrafte uns erneut ein unberechtigter Elfmeter-Pfiff – Aue machte somit aus der ersten Chance gleich mal das erste Tor. Bitter!

Mindestens ebenso nachdenklich wie das wiederholt erfahrene Unrecht stimmte dann jedoch die Tatsache, dass sich unsere Jungs auch fortan bis zum Spielschluss äußerst ideenlos und chancenlos präsentierten. Das Heimteam war eigentlich genauso limitiert, nutzte dann jedoch 2 der wenigen Chancen noch zur Ergebniserhöhung. Endstand 3:0 – Zeit für die Winterpause.

Den Dezember können wir unsererseits somit rückblickend getrost vergessen. Das war wohl nichts. Sehr schade, dass man die wirklich komfortable Ausgangsposition am Ende doch noch so in den Sand setzte. Zwar sieht es auf den ersten Blick tabellarisch weiterhin sehr gut aus – wer hätte schon vor Saisonbeginn daran geglaubt, auf Platz 4 zu überwintern? Dass dies jedoch ein trügerisches Bild ist, stellt man fest, wenn man das Tableau nach unten hin ins Auge fasst. So erscheinen zwar die lediglich 3 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz sehr verheißungsvoll, andererseits beträgt der Vorsprung auf Platz 10 und dem damit verbundenen Verpassen des Saisonziels auch nur noch 3 Punkte – da liegen Gut und Böse dicht beieinander.

Dennoch ließ sich die anschließende Rückfahrt keineswegs mit Tristesse und Traurigkeit beschreiben, durfte man doch noch auf ein ganz besonderes Jubiläum anstoßen. 500 Spiele am Stück sind aller Ehren wert – Respekt Gurke!

Da ist das Übel des verkorksten zurückliegenden Monats vergleichsweise gering – die Welt wird doch deshalb nicht gleich untergehen. Drum gilt es nun, in der pflichtspielfreien Zeit neue Kräfte zu sammeln, um dann im Jahr 2013 mit neuer Energie durchzustarten. Dies sollte sowohl für die Mannschaft als auch für uns Fans gelten. In diesem Sinne: Rutscht gut rein und lasst euch nicht allzu sehr von der spielfreien Zeit langweilen. Man sieht sich dann am Millerntor. Immer vorwärts Energie!

« Vorherige SeiteNächste Seite »